EEG Walserstrom: Sechs Gemeinden setzen auf vkw Stromtausch

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EEG

Im Großen Walsertal haben die Gemeinden Blons, Fontanella, Raggal, Sonntag, St. Gerold und Thüringerberg die Energiegemeinschaft „Walserstrom“ aufgebaut. Seit August 2024 laufen die Vorbereitungen, im April 2025 wurden die ersten Zählpunkte aktiviert. Beim Aufbau und Betrieb nutzt Walserstrom vkw Stromtausch – inklusive Dashboard für mehr Transparenz über Erzeugung und Verbrauch.

Pilotprojekt im Biosphärenpark Großes Walsertal

Das Große Walsertal ist seit 2001 Teil des e5-Landesprogramms und seit 2009 Teil einer regionalen Energieinitiative (KEM). Die sechs Gemeinden verfolgen ein klares Ziel: den Energiebedarf im Tal langfristig zu reduzieren und lokale Erzeugungsanlagen wie Photovoltaik oder Biomasse weiter auszubauen. Langfristig soll ein möglichst hoher Anteil des Energiebedarfs im Tal durch eigene Anlagen abgedeckt werden.

„Unser regionales Energieteam, bestehend aus Vertreter:innen der Gemeinden, beschäftigt sich mit sämtlichen energie- und klimaschutzrelevanten Themen. Ein aktuelles Projekt, das wir im Rahmen des KEM-Programms umsetzen, ist die EEG Walserstrom.“

Erich Kaufmann
Bürgermeister von Blons und Obmann der Erneuerbaren Energiegemeinschaft Walserstrom

Von der Idee zur Energiegemeinschaft

Bevor Energie innerhalb einer Energiegemeinschaft produziert, verbraucht, gespeichert und vermarktet werden kann, sind mehrere Schritte notwendig. Der Startschuss fiel im August 2024: Statuten wurden vorbereitet und abgestimmt, mögliche Zählpunkte in den Gemeinden erhoben und die organisatorischen Grundlagen geschaffen. Insgesamt wurden 49 Zählpunkte erfasst – jede Verbrauchsstelle und jede Erzeugungsanlage gilt dabei als eigener Zählpunkt.

Betrieb mit Unterstützung: vkw Stromtausch

Für Gründung und Inbetriebnahme hat sich das regionale Energieteam Unterstützung geholt – unter anderem von der illwerke vkw. Mit „vkw Stromtausch“ bietet der Energiedienstleister ein Angebot für Gemeinden und KMU: von der Information bis zum laufenden Betrieb – inklusive Dashboard.

„Jede Gemeinde hat auf das Dashboard und somit auf die eigenen Zählpunkte Zugriff. Dort ist ersichtlich, wie viel Energie produziert und verbraucht wurde. Wichtig zu wissen ist, dass mit dem erzeugten Strom der Bedarf nicht vollständig gedeckt werden kann. Es braucht daher einen zusätzlichen Stromlieferanten“, erklärt Andreas Bertel.

„Im Frühjahr 2025 haben wir dann den Verein gegründet. Es braucht nämlich eine entsprechende Rechtsform.“

Andreas Bertel
Manager der EEG Walserstrom

Vorteile und nächste Schritte

Für Erich Kaufmann liegen die Vorteile klar auf der Hand:

„Wir haben die Möglichkeit, mit unseren gemeindeeigenen Anlagen Strom zu produzieren und direkt vor Ort zu verbrauchen. Dadurch können wir Energiekosten senken und die Versorgung vor Ort stärken.“

Andreas Bertel ergänzt:

„Außerdem können Einspeisetarife und Verbraucherpreise innerhalb des Modells festgelegt werden. So können auch Einnahmen entstehen, die wiederum für weitere Projekte und Investitionen in der Region genutzt werden können.“

In den kommenden zwei Jahren möchten die Gemeinden Erfahrungen sammeln, bevor mögliche Ausbauschritte folgen. Derzeit sind kommunale Verbrauchs- und Erzeugungsanlagen Teil der Energiegemeinschaft – künftig könnten auch weitere Erzeuger und Verbraucher dazukommen: private oder gewerbliche Zählpunkte.

Daten & Fakten

Name

EEG Walserstrom

Gründung

Januar 2025

Teilnehmer:innen

49 Zählpunkte aus 6 Gemeinden

davon 34 Verbraucher und 15 Produzenten