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Fragen und Antworten zu vkw Gemeinschaftsstrom

Allgemeine Antworten zu gemeinschaftlichen Erzeugungsanlagen

1. Was ist eine gemeinschaftliche Erzeugungsanlage?

Durch die kleine Ökostromnovelle aus dem Juni 2017 wird erstmals die Möglichkeit für Mieter, Wohnungseigentümer aber auch Gewerbetreibende eröffnet, sich zusammenzuschließen und eine PV-Anlage gemeinsam zu nutzen. Damit besteht nun die Möglichkeit, den produzierten Strom der Anlage selbst zu nutzen.2

2. Wer kann Teilnehmer einer gemeinschaftlichen Erzeugungsanlage werden?

Teilnehmer können Mieter, Wohnungseigentümer oder auch Gewerbetreibende in einem Objekt mit gemeinschaftlicher Erzeugungsanlage sein.

3. Eignet sich meine Wohnanlage zur Umsetzung einer gemeinschaftlichen Erzeugungsanlage?

Grundsätzlich ist eine Realisierung gemeinschaftlicher Erzeugungsanlagen in den meisten Wohnobjekten möglich. Für eine wirtschaftliche Darstellung sind ein Mindeststrombedarf, das Nutzerverhalten sowie geeignete Dachflächen ausschlaggebend. Diese Faktoren variieren von Objekt zu Objekt.

4. Welche Vorteile hat eine gemeinschaftliche Erzeugungsanlage?

Teilnehmer können direkt vom Gemeinschaftsstrom profitieren und sich selbst mit erneuerbarer Energie versorgen. Damit wird das Stromnetz weniger stark belastet und durch die dezentrale Energieerzeugung kann ein Beitrag zur Energieautonomie 2050 geleistet werden. Der Gemeinschaftsstrom der PV-Anlage kann günstiger als Strom aus dem öffentlichen Netz bezogen werden.
Immobilien mit gemeinschaftlichen Erzeugungsanlagen sind attraktiver auf dem Wohnungsmarkt und steigern den Wert des Objektes.

5. Ich habe bereits eine PV-Anlage auf dem Dach installiert – kann ich nun die Mieter daran teilhaben lassen?

Bestehende Anlagen können genauso wie Neuanlagen als gemeinschaftliche Erzeugungsanlage angemeldet werden. Dabei sind jedoch ggf. technische Umrüstungen nötig, ein Betreiber muss gefunden werden der sich dem Vertragswesen widmet und den Teilnehmern als Ansprechpartner dient. Alle Voraussetzungen finden sie im nachfolgenden Punkt.

6. Was sind die Voraussetzungen für eine gemeinschaftliche Erzeugungsanlage?

  • Bestimmung und Nennung eines Betreibers gegenüber dem Netzbetreiber
  • Vertragliche Vereinbarung über den Betrieb einer gemeinschaftlichen Erzeugungsanlage (z.B. Aufteilung des erzeugten Stroms dynamisch / statisch) und Weitergabe der Information an den zuständigen Netzbetreiber
  • Anschluss der gemeinschaftlichen Erzeugungsanlage an die Hauptleitung im Gebäude der teilnehmenden Berechtigten
  • Beteiligung von zwei oder mehr Parteien am Betrieb der gemeinschaftlichen Erzeugungsanlage
  • Intelligentes Messgeräte (Smart Meter) je Zählpunkt (Erzeugungsanlage, jeder teilnehmende Berechtigte) kommen für die Messung der Energieerzeugung und des Verbrauchs zum Einsatz
  • Gültiger Netzzugangsvertrag und Zusatzvereinbarung über die Beteiligung jedes teilnehmenden Berechtigten an der gemeinschaftlichen Erzeugungsanlage
  • Zustimmungserklärung zur Auslesung und Verwendung der Viertelstundenwerte
  • Vertragliche Vereinbarung von Überschusseinspeisung sowie Reststromlieferung

7. Muss ich an der gemeinschaftlichen Stromerzeugung teilnehmen, wenn in meinem Gebäude eine solche Anlage errichtet wird?

Grundsätzlich besteht ein Wahlrecht, wobei eine Nicht-Teilnahme meist einen wirtschaftlichen Nachteil mit sich bringt, da kein günstiger Gemeinschaftsstrom bezogen werden kann.

8. Gibt es eine Förderung speziell für gemeinschaftliche Erzeugungsanlagen

Für das Jahr 2018 gibt es vom Klima- und Energiefonds eine Neuauflage der KLIEN-Förderung, die gemeinschaftliche Erzeugungsanlagen zum Teil fördert. Es steht insgesamt ein Förderbudget von 4,5 Millionen Euro zur Verfügung, das bis 30.11.2018 laufend bis zur Ausschöpfung des Budgets beantragt werden kann. Für Aufdachanlagen bis zu einer Obergrenze von 5 kWpeak pro Antrag gilt die Förderpauschale von 200 Euro/kWpeak. Für gebäudeintegrierte Photovoltaik-Anlagen (GIPV) bis zur Obergrenze von 5 kWpeak pro Antrag gilt die Förderpauschale von 300 Euro/kWpeak.

9. Wofür ist der Netzbetreiber zuständig?

Der zuständige Netzbetreiber ist für den Netzanschluss der Erzeugungsanlage, den Netzzugang der Teilnehmer, die Installation der intelligenten Messgeräte sowie die Messung und Bilanzierung der Viertelstunden-Messwerte zuständig.
Die Vorarlberger Energienetze GmbH stellt auf ihrer Website Informationen und Dokumente zum Download zur Verfügung, um eine gemeinschaftliche Erzeugungsanlage anzumelden und umzusetzen. Zur Website gelangen Sie hier.

10. Wo erhalte ich weitere Informationen zu gemeinschaftlichen Erzeugungsanlagen?

Gesetzestext – ElWOG 2010

E-Control Austria Essay

Energieinstitut Vorarlberg

Informationsplattform des Bundesverband Photovoltaic Austria

Netzbetreiber Vorarlberger Energienetze GmbH