Lech/Warth wird Energiemodellregion
Die Tourismusregion Lech/Warth wird ab 2010 zur österreichischen Energiemodellregion. Ziel ist die ambitionierte Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen in den Bereichen Mobilität, Wärme und Strom. Das Projekt wird vom österreichischen Klima- und Energiefonds gefördert.
Die Steigerung der Energieeffizienz scheitert in touristischen Regionen oft an den schwierigen Rahmenbedingungen: Vor allem der Energieverbrauch in diesen Gebieten ist von hohen saisonalen Schwankungen betroffen. Entsprechend kurzfristig müssen Umbauten, Renovierungen und Erweiterungen geplant und vor allem umgesetzt werden. „Die Modellregion Lech/Warth möchte sich diesen Herausforderungen stellen. Die daraus gewonnenen Erfahrungen werden auch für andere touristisch geprägte Regionen von großem Interesse sein“, verspricht der Lecher Bürgermeister Ludwig Muxel. Getragen wird das Projekt von den Gemeinden Lech und Warth, dem Biomasse-Heizwerk Lech sowie den Vorarlberger Kraftwerken (VKW).
In einem zweijährigen Koordinations- und Bewusstseinsbildungsprozess werden die Bestrebungen der Tourismusregion Lech/Warth zum Ausbau der Versorgung mit erneuerbaren Energieträgern zusammengeführt und weiterentwickelt. Die Abdeckung mit Wärme aus Biomasseheizwerken liegt in Lech bereits derzeit bei rund 70 Prozent aller Gebäude und wird sich bis Ende 2010 auf zirka 90 Prozent erhöhen. Auch im Stromsektor soll die Eigenversorgung durch den regionalen Ausbau der Wasserkraft langfristig gesteigert werden. Im Bereich der Mobilität gibt es schon heute etwa mit dem Ortsbus Lech beispielgebende Konzepte, um die Mobilitätsanforderungen der Gäste auch ohne Automobil zu befriedigen. Zudem wird im Zuge des Projekts VLOTTE eine Verleihstation für Elektromobilität – ein so genannter Mobilitätshub – errichtet.
„Das Projekt Energiemodellregion Lech/Warth setzt an, den Verbrauch im Bereich Wärme und Strom, sowie den Verbrauch von fossilen Energieträgern für Mobilität deutlich zu reduzieren“, erklärt illwerke vkw-Vorstandsdirektor Dr. Christof Germann. Dies soll unter anderem durch eine Koordinationsstelle erreicht werden, die Beratungsleistungen und Planungen mit einem geeigneten Finanzierungsmodell und einem Monitoring der Umsetzung und erreichten Wirkungen begleitet. „Geplant ist dabei die Einrichtung eines Energiemanagers, der als regionaler Ansprechpartner für Fragen zur Energieeffizienz zur Verfügung stehen soll“, so Gebhard Fritz, Bürgermeister der Gemeinde Warth.
Als erster Schritt des Projekts wird ein umfassendes Umsetzungskonzept erarbeitet. Neben einer gründlichen Bestandsaufnahme der derzeit verwendeten Energieträger und des aktuellen Energieverbrauchs wird ein wichtiger Teil dieses Konzepts die Entwicklung einer tragfähigen Umsetzungsstrategie sein. Die Modellregion Lech/Warth wird vom Klima- und Energiefonds mit insgesamt 71.400 Euro gefördert. Die Gesamtkosten des zweijährigen Projekts belaufen sich auf rund 119.000 Euro.
