Vorarlberg wird Modellregion für Elektromobilität
Vorarlberg wurde vom Klima- und Energiefonds des Bundes als Modellregion für Elektromobilität ausgewählt. Im Rahmen eines mit bis zu 4,7 Millionen Euro geförderten Pilotprojektes wird im Jahr 2009 ein Flottenversuch mit vorerst 100 Elektrofahrzeugen durchgeführt. Dabei sollen fundierte Erfahrungen – etwa über Praxistauglichkeit, Verbrauch, Reichweiten, Servicekosten und verschiedene Akkutechnologien – gesammelt werden. Gleichzeitig wird die notwendige Betankungsinfrastruktur auf Basis erneuerbarer Energieträger aufgebaut. In der ersten Phase sollen vor allem Unternehmen und öffentliche Institutionen für den Einsatz von Elektrofahrzeugen gewonnen werden. Im Jahr 2010 ist vorgesehen, die Fahrzeugflotte zu erweitern.
In der Ausschreibung des Klima- und Energiefonds war die Umsetzung der Maßnahmen in einer "städtischen Agglomeration" mit mindestens 100.000 Einwohnern und ihrem Umland gefordert. Vorarlberg hat sich dabei gegen Mitbewerber wie Linz oder Graz durchgesetzt.
Betreibergesellschaft "vorarlberg elektrisch mobil GmbH"
Getragen wird die Initiative von der Betreibergesellschaft "vorarlberg elektrisch mobil GmbH", einer Tochtergesellschaft der Vorarlberger Kraftwerke AG (VKW). Weitere Partner des Projektes sind das Land Vorarlberg, die Hypo Landesbank, das Vorarlberger Energieinstitut und der Vorarlberger Verkehrsverbund. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von der Technischen Universität Wien, für die Wartung der Fahrzeuge wird es Kooperationen mit Autowerkstätten geben.
Umfassendes Mobilitätskonzept
Die Vorstände der illwerke vkw, Ludwig Summer und Christof Germann, sehen in der Elektromobilität eine Technik der Zukunft und unterstreichen damit das Engagement ihres Unternehmens. Ziel sei es aber nicht nur Elektrofahrzeuge anzubieten, sondern ein umfassendes Mobilitätskonzept. Germann: "Unser Modell beinhaltet neben dem Fahrzeug und der Finanzierung auch die Bereitstellung der Tankstationen und der notwendigen erneuerbaren Energie." Beispielsweise könne mit einer 20 Quadratmeter großen Photovoltaikanlage jährlich jene Energie erzeugt werden, die gebraucht wird, um mit einem Elektrofahrzeug 15.000 Kilometer zurückzulegen. "Wer sich entscheidet, auf Elektromobilität umzusteigen, wird aber auch eine Jahreskarte für den öffentlichen Nahverkehr erhalten", betont Germann die ganzheitliche Sichtweise.
Schon in den nächsten Wochen sollen die ersten 50 Elektrofahrzeuge bestellt werden. Zugleich wird auf der 1400 Quadratmeter großen Dachfläche des neuen Carports auf dem Betriebsgelände der VKW in Bregenz eine Photovoltaikanlage errichtet und mehrere bereits bestehende Elektrotankstellen werden reaktiviert. Einem raschen Start der "VLOTTE" genannten Elektrofahrzeugflotte steht also nichts im Wege.
